Home / Allgemein / Mietzpedia über Tierarztbesuche

Mietzpedia über Tierarztbesuche

Tierarztbesuche sind nie etwas Schönes – weder für die Mietze, noch für den Dosi. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man „nur“ zum jährlichen Check muss.

Aber auf was muss man eigentlich alles achten?

Zuerst einmal: der richtige Tierarzt.
Und der ist gar nicht mal so einfach und oftmals auch leider nur durch ausprobieren zu finden.
Doch auch vorab kann man sich schon ein bisschen informieren.
Gibt es in Deiner Nähe eventuell jemanden mit Katzen, der dir einen Tierarzt empfehlen kann?
Gibt es vielleicht sogar eine praxiseigene Homepage (hier kann man auch oft schon sehen, wie gut die Praxis ausgestattet ist)?
Steht der erste Besuch an, heißt es dann: aufs Bauchgefühl hören. Dir kommt etwas komisch vor? Deine Fragen werden nicht ausreichend oder gar nicht beantwortet?
Der Tierarzt oder auch dessen Personal weist keinerlei Feingefühl auf und du hast das Gefühl, dass einfach alles möglichst schnell gehen soll?
Dann heißt es: die Suche nach einem geeigneten Tierarzt geht weiter.

Hier die wichtigsten Punkte, an denen man sich orientieren kann:

  • Ausstattung der Praxis (auch Tierkliniken verfügen nicht über alle Gerätschaften, sollten Dir dann aber einen kompetenten Kollegen empfehlen können)
  • Personal – diese sollte nicht ständig wechseln (Achtung: auch in Praxen und grade 24h-Kliniken gibt es auch Schichtarbeit!)
  • Feingefühl & Umgang – sowohl der Tierarzt wie auch das Personal sollte Feingefühl haben. Was für diese reine Routine ist, ist für dich eventuell etwas sehr besorgniserregendes. Ein guter Tierarzt zwingt Dir seine Meinung nicht auf, sondern erklärt Dir alles mit sachlichen und fachlichen Argumenten. Auch ein „nein“ sollte dieser akzeptieren können (wenn zB Trockenfutter empfohlen wird…).
  • Zeit – der Tierarzt sollte sich Zeit für Dich und Deinen Liebling nehmen. Wenn Du noch Fragen hast, dann sollte er Dir diese auch beantworten und sich auch die Zeit dazu nehmen
  • Weiterbildung – ein wichtiges Thema, sowohl bei Tierärzten wie auch beim restlichen Personal. Ein Tierarzt mit dem Stand von 1980 ist nicht unbedingt wünschenswert…

Und zu guter Letzt: vertraue Deinem Tierarzt aber niemals blind!
Sich je nachdem eine Zweitmeinung einzuholen ist nicht verboten.
Noch ein Tip: schreibe ruhig mit.
Grade wenn es um Medikamente geht, kannst Du Dir mitschreiben wie, wie oft und wie viel verabreicht werden muss.
Oftmals übernimmt dies aber auch schon die Tierarzthelferin.

Über die jeweiligen Kosten kannst Du dich im Vorfeld bei Deinem Tierarzt oder in der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) informieren. Je nach Situation und Schwere der Behandlung kann hier der ein- bis dreifache Satz berechnet werden. Zusätzlich können natürlich auch noch Sonderkosten hinzukommen. Hierzu zählen zB. Anfahrtskosten für Hausbesuche , Feiertags- und Wochenendzuschläge oder aber auch Zuschläge für Notdienste.

Zudem rate ich Dir, die Visitenkarte oder einen Zettel mit den Rufnummern (auch der Notfallnummer) Deines Tierarztes immer griffbereit zu haben.

Ist der Tierarzt erst einmal gefunden, geht es weiter mit einem essenziellen Bestandteilen von Tierarztbesuchen: der Transportbox. Hier wird man förmlich zugeworfen mit Modellen und Varianten. Wichtig ist vor allem die Stabilität. Welcher Punkt auch nicht vernachlässigt werden sollte ist die Möglichkeit den Transportkorb anschnallen zu können. Musst Du mal etwas stärker bremsen, steht der Transportkorb sicher auf dem Sitz. Bedenke auch, dass es je nach dem auch zu einem kleinen „Ungeschick“ kommen kann. Boxen aus Plastik lassen sich einfach reinigen. Die Gittertüren sollten jedoch aus Metall sein. Zudem kann ein Gitter vorne und oben den Ein- bzw. Ausstieg erleichtern.

Körbe aus Weidenholz oder Stoff können bei kleinen Randalen eher ungeeignet sein. Aber auch die Größe sollte nicht vernachlässigt werden. Groß ist nicht immer gut. Ängstliche Katzen fühlen sich oft sicherer, wenn sie nicht unendlich viel Platz haben. Hier heißt es also individuell auf die Katze eingehen. Wenn Du eine sehr ängstliche Katze hast, kann es auch helfen den Transportkorb mit einem Handtuch oder einer Decke abzudunkeln. Zu sehr „betüddeln“ kann Deine Katze übrigens in ihrer Angst bestätigen, so schwer es einem auch fällt. Ruhige Musik im Auto, keine weit runtergelassenen Fenster/ hochgedrehte Lüftung und keine Heizung auf Saunatemperatur kann die Autofahrt schon um einiges erleichtern. Solltest Du dich dafür entscheiden Deine Katze mit der Leine zum Tierarzt zu bringen (ja solche Katzen gibt es tatsächlich), beachte bitte, dass auch hier die Sicherheit während der Autofahrt gewährleistet sein muss. Eine im Auto freilaufende Katze ist sowohl für Dich wie auch die Katze selbst eine riesen Gefahr.

Wie bekommt man die Katze aber jetzt in die Transportbox? Bei uns sind die Transportboxen zB immer zugänglich und werden auch gerne als Schlafplatz genutzt. Wenn es dann also mal zum Tierarzt geht bricht nicht gleich Panik aus und teilweise habe ich mehr Katzen (oder die falsche) in der Box als geplant. Katzen sind von Natur aus neophob (die Angst vor etwas neuem). Daher ist es ganz wichtig sie an die Box zu gewöhnen. Ihr clickert? Super, dann kannst Du dies mit in Deinen Trainingsplan einbauen.
Wichtig ist, dass die Katze nicht nur negative Erlebnisse mit der Box verbindet. Bevor es losgeht, solltest Du immer kontrollieren, ob die Box auch wirklich richtig verschlossen ist.

Die ersten beiden großen Punkte sind jetzt also geschafft: ein geeigneter Tierarzt und der Transportkorb.
Das war’s doch eigentlich oder?
Nicht ganz…

Immer griffbereit solltest Du den Impfpass Deiner Katze haben und zwar bevor die Katze im Transportkorb ist. Danach hektisch nach dem Pass zu suchen bedeutet für die Katze unnötigen Stress. Wir haben zudem noch einen Ordner, mit allen Untersuchungsergebnissen. Diese solltest Du Dir immer aushändigen lassen (darauf hast Du auch ein Recht)! So hat man immer alle Unterlagen zusammen. Muss man, aus welchen Gründen auch immer, mal in eine andere Praxis/Klinik, hat man hier direkt alles beisammen. Gerade Unverträglichkeiten oder aktuelle Blutbilder bekommt man, je nach Grund des Tierarztbesuches, nicht mehr zusammen und ist mit dem Kopf ganz woanders. Tierarzt, Transportkorb, Impfpass und Untersuchungsordner. Ab zum Tierarzt.

Der jährliche Check steht an. Der Tierarzt macht das schon…oder?

Der jährliche Check muss nicht immer auf den Tag genau erfolgen, sollte aber, wie der Name schon sagt, einmal jährlich durchgeführt werden und das nicht nur bei Senioren. Fällt vorher etwas auf, gehört die Katze natürlich vorher auch schon vorgestellt. Bei besonders sensiblen Katzen (die gestresst auf Tierarztbesuche reagieren), sollte man die Checks individuell abwägen.
Hier wird einmal der Zahnstatus kontrolliert, die Ohren und Augen angeschaut, die Katze abgehört und generell der Allgemeinzustand beurteilt (Gewichtskontrolle, Abhören, Abtasten, Kontrolle der Krallen, etc.) – die Katze wird also vom Schnurrhaar bis zur Schwanzspitze einmal kontrolliert. Ist Dir in letzter Zeit etwas Ungewöhnliches aufgefallen, ist hier der perfekte Zeitpunkt um dies anzusprechen. Ab einem Alter von spätestens 5 Jahren sollten die Zähne jährlich genauer untersucht werden (Dentalröntgen – Stichwort FORL) – Zahnerkrankungen können auch andere Krankheiten auslösen! Auch ein jährliches Blutbild macht ab einem gewissen Alter oder je nach Vorgeschichte Sinn. Hier sollte dann zusammen mit dem Tierarzt entschieden werden, ob neben kleinen, großen oder dem Differentialblutbild auch noch andere Parameter (wie zB. T4 = Schilddrüse oder SDMA = Nierenfunktion) untersucht werden.

Wenn Dein Tierarzt dir rät, dass jetzt auch der perfekte Zeitpunkt zum Impfen und Entwurmen ist? Jein! Entwurmt werden sollte grundsätzlich immer nur nach positiver Kotprobe. Auf Verdacht entwurmen bringt rein zur Vorsorge gar nichts. Du schadest also der Darmflora Deiner Katze und schwächst somit auch das Immunsystem. Du kannst heute entwurmen und Deine Katze hat 3 Tage später Würmer. Vorbeugend zu Entwurmen macht also keinen Sinn. Sollte eine positive Kotprobe vorliegen und eine Auffrischimpfung anstehen, dann verschiebe die Impfung ein wenig. Impfung und Entwurmung ist zu viel auf einmal.

Eine jährliche Impfung ist ebenfalls nicht nötig – zumindest was RCP (RC = Katzenschnupfen und P = Katzenseuche) und Tollwut angeht.

Spreche Deinen Tierarzt einfach darauf an, wie die Empfehlung des jeweiligen Herstellers ist. Zudem gibt es auch offizielle Impfempfehlungen (Medizinische Kleintierklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München). Eine Auffrischimpfung ist somit nur alle 2 bis 3 Jahre nötig. Wenn Du ganz sicher gehen möchtest, kannst Du auch den Titer (= im Blut nachgewiesene Antikörper) bestimmen lassen und dann zusammen mit Deinem Tierarzt entscheiden, ob eine Auffrischimpfung nötig ist oder nicht. Eine Grundimmunisierung sollte allerdings auf
jeden Fall erfolgen.

Die Grundimmunisierung sieht wie folgt aus:

  • Mit 8 Wochen: gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche
  • Mit 12 Wochen: gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche. Soll die Katze mal in den Freigang, dann auch Tollwut
  • Mit 15 Monaten: gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut

Und das aller Wichtigste zum Schluss: das Internet und auch Facebook ersetzen niemals einen Tierarzt! Ohne ärztliche Diagnose kann keinerlei Therapie erfolgen. Was bei der einen Katze funktioniert hat, mag bei der anderen absolut kontraproduktiv sein oder gar gefährlich. Also: ärztliche Diagnose einholen, die Therapiemaßnahme zusammen mit dem Tierarzt besprechen.
Erfahrungen kann man dann immer noch austauschen. Einfach mal drauf loslegen sollte man aber auch bei Empfehlungen niemals, sondern nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt.

Der Tierarztbesuch ist geschafft.  Zuhause angekommen, Du willst dich in Ruhe hinsetzen und bekommst mit wie die Deine andere(n) Mietze(n) die Katze, die vom Tierarzt kommt, angefaucht wird. Das liegt daran, dass ungewohnte Gerüche mit nach Hause gebracht wurden. Das Abreiben mit einem  getragenen Oberteil oder auch einem benutzten Handtuch können da Abhilfe schaffen.

 

Über die Autorin:
Diesen Artikel verdanken wir der lieben Lena von Mietzpedia
und ihrer bezaubernden Flauschbande. Schaut mal vorbei auf
Ihren wunderbaren Blog oder findet sie auf Facebook.

 

 

 

 

 

Wir benutzen Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.